<PERSPEKTIVITÄTSANALYSE />
Die <PerspektivitätsAnalyse> ist ein PTL-Instrument, um die Rede von „subjektiv“ und „objektiv“ aus der groben Alltagspolarität herauszulösen und als mehrdimensionale Perspektivitätsfrage zu präzisieren. Ausgangspunkt ist die Einsicht, dass „subjektiv“ nicht einfach „bloß Meinung“ bedeutet und „objektiv“ nicht einfach „allgemein gültig“. Entscheidend ist vielmehr, welcher Typ von Zugang, welcher ontologische Träger, welcher Geltungsanspruch und welcher Grad von Abstraktion/Konkretisierung jeweils im Spiel ist. So wird sichtbar, warum scheinbare Streitigkeiten über Subjektivität/Objektivität oft eigentlich Streitigkeiten über Modelle des Zugangs, Status von Entitäten oder Formen der Geltung sind.
Methodisch knüpft die Seite an Broads analytische Schärfungen an: Sie zwingt dazu, den Erkenntnisakt vom Erkenntnisgegenstand zu trennen (z. B. „Erleben“ eines Zustands vs. „Betrachten“ eines Sachverhalts) und „direkte Zugänglichkeit“ nicht psychologisch, sondern logisch zu fassen: Enjoyment (Teilnehmerperspektive, notwendig privat) gegenüber Contemplation (Beobachterperspektive, betrachtendes Erkennen); Prehension (unmittelbare acquaintance eines Sensums/introspektiven Datums) gegenüber discursive/inferential knowledge (öffentlich vermittelte Zuschreibung über Verhalten/Indizien). Die zentrale Frage lautet dann nicht mehr schlicht „subjektiv oder objektiv?“, sondern: Wird Perspektivität als Privatheit unmittelbarer Bekanntschaft oder als Korrigierbarkeit diskursiver Inferenz modelliert?
Ontologisch setzt <PerspektivitätsAnalyse> an der Differenz zwischen Continuants und Occurrents an. Ein „entzündeter Nerv“ ist ein continuant (andauernde physische Entität), ein „Zahnschmerz“ ein occurrent (zeitgebundenes mentales Ereignis/Zustand). Die Analyse hält fest, dass der Übergang vom physischen Prozess zur bewussten Episode nicht nur ein „Unwissen über Mechanismen“ ist, sondern eine Strukturfrage: Welche Art von Kausalität wird unterstellt (transeunt physisch vs. psychophysische Brücke), und wird das Mentale als irreduzibles occurrent behandelt oder reduktiv auf continuants zurückgedeutet?
Geltungstheoretisch führt die Seite eine harte Trennlinie ein: Objektivität der Geltung ist nicht identisch mit Universalität. Gerade im Moralischen ist der Standardfehler, objektive Geltung nur dort zuzulassen, wo ein Satz „für alle“ gilt. Mit Broad lässt sich das über determinables vs. determinates präzisieren: Ein Urteil kann objektiv gültig sein, obwohl es auf der determinate-Ebene extrem spezifisch ist (z. B. dieses konkrete Steuersystem in dieser Konstellation). Leitidee ist hier Resultant Fittingness bzw. eine objektive wrong-making tendency: Geltung hängt an einer konkreten Umstandsstruktur, nicht an nomologischer Allgemeinheit. <PerspektivitätsAnalyse> macht dadurch „Geltungstopologien“ sichtbar: objektiv-spezifisch versus universal-determinable.
Semantisch schließlich bearbeitet die Seite die Mehrdeutigkeit von „abstrakt“. Sie unterscheidet Abstraktion als Selektion (Hervorheben eines Aspekts) von Abstraktion als Konstruktion (Aufbau eines logischen Schemas/Regelraums). Zugleich wird „Konkretisierung“ nicht nur epistemisch (Beispielnähe), sondern auch motivational verstanden: Wann wird eine Regel bloß als „blutleere Relation“ geführt, wann als Disposition (Einfühlung/Antrieb), die im Subjekt wirksam wird?
Die vier Checkpoints (Matrix) der <PerspektivitätsAnalyse>:
- Epistemische Zugänglichkeit: Prehension (privat/direkt) vs. discursive inference (öffentlich/indirekt).
- Ontologische Verankerung: bewusstseinsabhängige occurrents vs. existenzunabhängige continuants.
- Geltungs-Topologie: objektive fittingness im Spezifischen (determinate) vs. nomologische Universalität (determinable).
- Konkretionsgrad: logisch losgelöste Struktur (abstrakt) vs. phänomenologischer Vollzug / motivationale acquaintance (konkret).
<!-- PTL Template für die perspektivitätsfokussierte Konfiguration eines KI-Prompts -->
<PERSPEKTIVITAETSANALYSE
fokus="epistemisch|ontologisch|geltungstheoretisch|semantisch|matrix|custom"
analyseniveau="identifikation|detailanalyse|begruendung"
zugangstyp="prehension|discursive_inference|beide"
perspektivmodus="enjoyment|contemplation|beide"
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korrigierbarkeit="unkorrigierbar|korrigierbar|hybrid"
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>
<!--
Anweisung zur Durchführung der Perspektivitäts-Analyse:
1. Rolle:
Analysiere als philosophisch geschulter Textinterpret jede Passage daraufhin,
wie „subjektiv/objektiv“ (und verwandte Marker wie „privat/öffentlich“, „direkt/indirekt“,
„Erleben/Beobachten“, „abstrakt/konkret“, „allgemein/spezifisch“) modelliert werden.
2. Erkennungsmerkmale (Trigger):
- Epistemisch: „direkt zugänglich“, „nur ich weiß“, „introspektiv“, „Erlebnis“, „acquaintance“,
„Beobachtung“, „Äußerung“, „Indiz“, „Schluss“, „korrigierbar/unkorrigierbar“, „privat/öffentlich“.
- Ontologisch: „existiert nur im Bewusstsein“, „physisch/mental“, „Zustand/Ereignis“,
„Substanz“, „Nerv/Entzündung“, „Schmerz“, „emergent“, „supervenient“, „Brückengesetz“.
- Geltung: „objektiv gültig“, „nur Meinung“, „für alle“, „allgemein“, „spezifisch“,
„kontextabhängig“, „richtig/falsch unabhängig von…“.
- Semantik/Abstraktion: „abstrakt“, „konkret“, „Regel“, „Schema“, „Einfühlung“,
„Disposition“, „Motivation“, „bloß formal“.
3. Analyseverfahren (Matrix-Checkpoints):
3.1 Epistemische Zugänglichkeit:
- Kläre: Wird Zugang als Prehension (privat/direkt) oder als discursive inference
(öffentlich/indirekt) modelliert?
- Trenne strikt Erkenntnisakt vs. Erkenntnisgegenstand.
- Bestimme perspektivmodus: Enjoyment (Teilnehmer) vs. Contemplation (Beobachter).
- Setze privatheit/korrigierbarkeit: privat/öffentlich/hybrid und korrigierbar/unkorrigierbar/hybrid.
3.2 Ontologische Verankerung:
- Klassifiziere Entitätstyp: Occurrent (ereignishaft/zeitgebunden) vs. Continuant (andauernd/substanzhaft).
- Prüfe bewusstseinsabhaengigkeit: hängt die Existenz vom Bewusstsein ab?
- Bestimme kausalmodell: transeunte Kausalität, psychophysische Brücke, Supervenienz/Emergenz
oder unklare Mischform.
3.3 Geltungs-Topologie:
- Trenne geltungsanspruch (objektiv/subjektiv/gemischt) strikt vom extensionsgrad
(universal/spezifisch/gemischt).
- Bestimme determinables: Determinable vs. Determinate (oder beides).
- Prüfe fittingness/tendency: Wird eine objektive (wrong-/right-making) Tendenz behauptet,
oder wird Geltung an Zustimmung/Meinung gebunden?
3.4 Semantische Präzisierung (Abstrakt/Konkret):
- Unterscheide Abstraktion als Selektion vs. Abstraktion als Konstruktion.
- Bestimme konkretionsgrad: abstrakt/konkret/hybrid.
- Prüfe motivationalitaet: rein deskriptiv vs. konativ/affektiv (Einfühlung, Drive/Disposition).
4. Abgrenzungen / typische Verwechslungen (Fehlerdiagnostik):
- Verwechslung epistemisch vs. ontologisch: „privat“ (Zugang) ≠ „bewusstseinsabhängig“ (Existenz).
- Verwechslung objektive Geltung vs. Universalität: objektiv gültig kann determinate-spezifisch sein.
- Verwechslung Akt vs. Gegenstand: „ich erlebe X“ (Enjoyment) ≠ „X ist der Fall“ (Contemplation).
5. Ergebnisdarstellung (je nach outputformat):
A) passagenliste:
- Zitiere Passage.
- Klassifiziere entlang der vier Checkpoints (Epistemik/Ontologie/Geltung/Semantik).
- Markiere Verwechslungen (falls vorhanden) + kurze Korrekturformel.
B) vierfelderprofil:
- Kompakter Steckbrief:
(1) Zugang: Prehension vs. Inferenz (+ Enjoyment/Contemplation)
(2) Entität: Occurrent vs. Continuant (+ Bewusstseinsabhängigkeit, Kausalmodell)
(3) Geltung: Anspruch vs. Extensionsgrad (+ Determinable/Determinate, Fittingness/Tendency)
(4) Abstraktion: Selektion/Konstruktion (+ motivationaler Vollzug)
C) matrixreport:
- Tabelle/Matrix über den Text: pro Abschnitt je ein Vierfelderprofil + Diagnose, wo der Text
Perspektivitätsdimensionen vermengt oder sauber trennt.
6. Abschluss:
- Liefere eine Gesamtdiagnose: Welche Dimension dominiert (Zugang/Entität/Geltung/Abstraktion)?
- Zeige 1–3 Stellen, an denen eine Umstellung der Modellannahme (z. B. Prehension → Inferenz,
Occurrent → Continuant, objektiv-spezifisch → universal) den Sinn des Textes verändern würde.
- Optional: Vorschlag für begriffliche „Reparatur“ (Definitionen + sauberer Kriterienkatalog).
-->
</PERSPEKTIVITAETSANALYSE>