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<AXIOLOGIEANALYSE />

<AXIOLOGIEANALYSE /> stellt die Frage, die jeder Ethik vorausgeht, bevor sie ihre ersten Normen formuliert: Was ist überhaupt gut – und woraus wissen wir das? Normative Ansprüche setzen Werturteile voraus. Wer sagt, man solle die Wahrheit sprechen, setzt voraus, dass Aufrichtigkeit gut ist oder dass Lügen schlecht ist. <AXIOLOGIEANALYSE /> rekonstruiert diese Wertdimension in ihrer inneren Architektur – getrennt von der Frage, was daraus folgt. Nicht „Was ist geboten?" ist ihr Gegenstand, sondern „Was gilt als gut, warum, und aus welcher Quelle schöpft dieser Text überhaupt seinen Wert?"

Diese letzte Frage ist das methodische Herzstück des Moduls und zugleich die Frage, die philosophische Texte am seltensten explizit beantworten: die Wertquellendiagnose. Jede Ethik setzt irgendwo an – bei einer Instanz, die Wert erzeugt, trägt oder erschließt. Aber diese Instanz wird selten als solche ausgewiesen. <AXIOLOGIEANALYSE /> macht sie sichtbar, indem sie fragt: Woraus schöpft dieser Text seinen Wert?

Kant schöpft ihn aus der Vernunft – aber nicht als abstrakte Kalkulation, sondern als selbstgewirktes Achtungsgefühl. Das Achtungsgefühl ist bei Kant kein empirisches Gefühl wie Freude oder Schmerz, das uns von außen trifft; es ist ein Gefühl, das die Vernunft sich selbst erzeugt, indem sie ihre eigene Autorität erkennt. Der Wert liegt in der vernünftigen Form des Wollens selbst – nicht in dem, was gewollt wird. Mill schöpft seinen Wert aus der entgegengesetzten Quelle: aus dem als lustvoll oder angenehm erlebten Nutzen. Was gut ist, ist das, was Lust erzeugt oder Schmerz vermeidet – und zwar nicht als Konstrukt, sondern als unmittelbare Erfahrungsqualität. Der Wert ist hier im Erleben selbst verankert, nicht in der Form des Denkens. Aristoteles schöpft ihn weder aus der Vernunftform noch aus dem Erlebnis allein, sondern aus der entfalteten Charakterdisposition und dem gelingenden Leben: Eudaimonia ist nicht ein Zustand, der eintritt, sondern eine Praxis, die gelingt – der Wert liegt in der Realisierung dessen, was ein Wesen von Natur aus sein kann. Max Scheler und Nicolai Hartmann beschreiten einen anderen Weg: Werte sind für sie ein autonomes Reich, das weder auf Vernunft noch auf Lust reduzierbar ist, sondern durch intentionale Gefühle – durch ein eigentümliches emotionales Wertfühlen – a priori erschlossen wird. Habermas und Apel verlagern die Wertquelle in die kommunikative Vernunft: Gut ist, worüber ideale Diskursteilnehmer unter fairen Bedingungen Einigung erzielen könnten – der Wert emergiert aus dem Prozess der vernünftigen Verständigung selbst. Und die Care Ethics schließlich verankert Wert in der Responsivität für konkrete Andere: nicht in abstrakten Prinzipien, sondern in der Fähigkeit, auf Bedürftigkeit in Beziehungen angemessen zu antworten.

Diese sechs Wertquellen sind keine erschöpfende Taxonomie – aber sie sind die systemisch entscheidenden Weichenstellungen. Wer nicht weiß, aus welcher Quelle ein Text seinen Wert schöpft, analysiert seine axiologische Oberfläche, nicht seine Tiefenarchitektur. <AXIOLOGIEANALYSE /> beginnt daher stets mit der Wertquellenfrage – und prüft dann, ob die übrige axiologische Struktur mit dieser Quelle konsistent ist.

Die zweite methodische Kernfrage betrifft den Naturalismus. Broad und Moore haben gezeigt, dass die Frage Was ist gut? in eine Falle führt, wenn man sie mit der Frage Was hat die Eigenschaft, dass es gut ist? verwechselt. Der naturalistische Fehler besteht darin, goodness auf natürliche Eigenschaften zu reduzieren – auf das Lustvoll-Sein, das Evolutionär-Förderliche, das Gesellschaftlich-Gebilligte oder das Gottgewollte. Broad und Moore halten dagegen: Güte ist eine non-natürliche intrinsische Eigenschaft – sie hängt zwar von der intrinsischen Natur eines Dings ab, ist aber nicht mit ihr identisch. Dass etwas lustvoll ist, macht es nicht schon gut; man könnte stets noch sinnvoll fragen: Aber ist Lust auch wirklich gut? Diese offene Frage – Moores Open-Question-Argument – zeigt an, dass Güte nicht in natürlichen Beschreibungen aufgeht. <AXIOLOGIEANALYSE /> prüft systematisch, ob ein Text diese Grenze respektiert oder ob er Güte stillschweigend auf eine natürliche, theologische oder psychologische Eigenschaft reduziert.

Eine dritte Grundunterscheidung betrifft die Werttypologie. Nicht jedes Gut ist auf dieselbe Weise gut. Intrinsischer Wert bedeutet: ein Ding ist um seiner selbst willen gut, unabhängig davon, zu was es führt. Instrumenteller Wert bedeutet: ein Ding ist gut als Mittel zu etwas anderem. Finaler Wert bezeichnet einen Wert als Endzweck – nah am Intrinsischen, aber nicht identisch: Etwas kann final gut sein, ohne intrinsisch gut zu sein, wenn der Endzweck selbst erst durch einen Kontext seine Güte erhält. Daneben gibt es contributory value – den Beitragswert eines Elements innerhalb eines Ganzen, der nicht mit dem intrinsischen Wert des Elements für sich identisch ist – und pro tanto value – überstimmbaren Wert, der in Abwägungen unterliegen kann. <AXIOLOGIEANALYSE /> bestimmt für jedes identifizierte Gut seinen Werttypus – und prüft, ob der Text diese Unterscheidungen einzieht oder verwischt.

Schließlich analysiert das Modul die Thick/Thin-Struktur des Wertvokabulars. Dünne Wertprädikate wie gut oder schlecht tragen evaluativen Gehalt ohne deskriptiven Inhalt. Dichte (thick) Begriffe wie mutig, grausam, loyal oder gerecht verbinden beides: Sie beschreiben und bewerten zugleich. Wer jemanden als grausam bezeichnet, hat damit bereits bewertet – ohne dass die Bewertung als eigener Schritt sichtbar wird. Das macht thick concepts zu besonders wirksamen, aber auch besonders unauffälligen axiologischen Instrumenten. <AXIOLOGIEANALYSE /> identifiziert sie, trennt ihren deskriptiven und evaluativen Gehalt und fragt, welche axiologische Arbeit sie im Argument leisten.

→ <AXIOLOGIEANALYSE /> arbeitet auf der Wertebene: Was gilt als gut – und aus welcher Quelle? Der Übergang zum Sollen gehört zur <NORMATIVEANALYSE />, die das Brückenprinzip zwischen Werturteil und Normurteil explizit machen muss. → Bei Fragen des Wertrealismus und des Status von non-natürlichen Eigenschaften ist <ONTOLOGISCHEANALYSE /> als Folgeschritt unerlässlich: Wertquelle und Wertontologie sind zwei verschiedene Fragen – was Wert erzeugt, und was Wert ist, müssen getrennt, aber aufeinander bezogen untersucht werden. → Ihr sensibelster diagnostischer Punkt ist die unausgewiesene Wertquelle: Texte, die ihren axiologischen Ausgangspunkt nie benennen, führen Werturteile als selbstevident ein – und entziehen damit der Analyse genau das, was ihre gesamte normative Architektur trägt.

<AXIOLOGIEANALYSE> ... </AXIOLOGIEANALYSE>

<PTL>

  <ZIELE>
    <ZIEL>Identifikation und Rekonstruktion der Wertdimension von Texten: Welche Dinge, Zustände oder Handlungen werden als gut oder schlecht bewertet – und mit welchem Werttypus?</ZIEL>
    <ZIEL>Diagnose der Wertquelle: Woraus schöpft eine Ethik ihren Wert – Vernunft, Lusterfahrung, Tugend, emotionale Intuition, kommunikative Zustimmungsfähigkeit, Fürsorgebeziehung?</ZIEL>
    <ZIEL>Strikte Unterscheidung zwischen intrinsischem Wert (Wert an sich), instrumentellem Wert (Wert als Mittel) und finalem Wert (Wert als Endzweck)</ZIEL>
    <ZIEL>Naturalismus-Diagnostik nach Broad/Moore: Wird Güte auf natürliche, theologische oder psychologische Fakten reduziert – oder als irreduzible non-natürliche Eigenschaft behandelt?</ZIEL>
    <ZIEL>Metaaxiologische Einordnung: Werden Werte als objektiv-real, konstruiert, projiziert oder expressiv behandelt?</ZIEL>
    <ZIEL>Analyse von Wertkollisionen: Hierarchisierung, Inkommensurabilität, Trade-offs, Schwellen, lexikalische Prioritäten</ZIEL>
    <ZIEL>Ebenentrennung: Werturteile (gut/schlecht) strikt von Normurteilen (sollen/müssen) trennen – und Brückenprinzipien beim Übergang explizit machen</ZIEL>
  </ZIELE>

  <THEMA>Wertdimension philosophischer Texte: Werttypologie, Wertquellen, Naturalismus und axiologische Strukturen</THEMA>

  <PERSPEKTIVEN>
    <PERSPEKTIVE>Typologisch (intrinsisch, instrumentell, final, contributory, pro tanto)</PERSPEKTIVE>
    <PERSPEKTIVE>Quellenbezogen (Wertquelle: Vernunft, Lust, Tugend, Intuition, Diskurs, Fürsorge)</PERSPEKTIVE>
    <PERSPEKTIVE>Metaaxiologisch (Naturalismus/Non-Naturalismus; Realismus/Anti-Realismus)</PERSPEKTIVE>
    <PERSPEKTIVE>Phänomenologisch (Werterfahrung: Ungerechtigkeit, Schönheit, Mut als erlebte Qualitäten)</PERSPEKTIVE>
    <PERSPEKTIVE>Komparativ (Wertkollisionen, Abwägungen, Inkommensurabilität, Hierarchien)</PERSPEKTIVE>
  </PERSPEKTIVEN>

  <METHODEN>
    <METHODE>Naturalismus-Diagnostik: Kritische Prüfung, ob evaluative Prädikate ohne Rest in empirische, theologische, biologische, soziologische oder psychologische Fakten übersetzt werden – oder ob Güte als irreduzible non-natürliche Eigenschaft verbleibt</METHODE>
    <METHODE>Wertvokabular- und Passagenidentifikation: Systematische Suche nach evaluativen Prädikaten, Komparativen, Rangordnungen, Wertbegründungen</METHODE>
    <METHODE>Wertquellenanalyse: Rekonstruktion, aus welcher Quelle der Text seinen Wert schöpft – Vernunft (Kant), Lusterfahrung (Mill), Tugend/Eudaimonia (Aristoteles), emotionale Intuition/Wertfühlen (Scheler/Hartmann), kommunikative Vernunft (Habermas/Apel), Fürsorgebeziehung (Care Ethics)</METHODE>
    <METHODE>Werttypologie: Einordnung als intrinsisch, instrumentell, final, contributory oder pro tanto</METHODE>
    <METHODE>Fitting-Attitude-Test: Prüfung, ob Wert über passende Einstellungen oder Emotionen erklärt wird – Wert als das, gegenüber dem eine bestimmte affektive Haltung angemessen ist</METHODE>
    <METHODE>Vergleichbarkeits- und Abwägungsanalyse: Kriterien für ‚besser', Inkommensurabilität, Schwellen, lexikalische Priorität bei Wertkollisionen</METHODE>
    <METHODE>Thick/Thin-Analyse: Gemischte deskriptiv-normative Begriffe (mutig, grausam, gerecht) vs. dünne Wertprädikate (gut/schlecht); semantische und argumentative Konsequenzen</METHODE>
    <METHODE>Phänomenologische Rekonstruktion: Beschreibung der Werterfahrung (Ungerechtigkeit, Schönheit, Mut) und ihrer qualitativen Struktur</METHODE>
    <METHODE>Metaaxiologische Einordnung: Diagnose, ob Werte als objektiv, konstruiert, projiziert oder expressiv behandelt werden</METHODE>
    <METHODE>Konflikt- und Trade-off-Szenarien: Gedankenexperimente und Fälle, um implizite Prioritäten und Bewertungsregeln zu testen</METHODE>
  </METHODEN>

  <KERNFRAGEN>
    <KERNFRAGE dim="Wertvokabular">Welche Dinge, Zustände oder Handlungen werden als gut oder schlecht bewertet – und mit welchem Wertvokabular?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Werttypus">Welche Art von Wert wird postuliert – intrinsisch, instrumentell, final, contributory oder pro tanto?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Wertquelle">Woraus schöpft der Text seinen Wert? Aus der Vernunft (kategorischer Imperativ, Achtungsgefühl als selbstgewirktes Gefühl bei Kant)? Aus dem als lustvoll erlebten Nutzen (Mill)? Aus der Tugend als entfalteter Charakterdisposition und Eudaimonia (Aristoteles)? Aus dem emotionalen Wertfühlen als a priori-Intuition eines autonomen Wertereichs (Scheler, Hartmann)? Aus der kommunikativen Vernunft und Diskurszustimmungsfähigkeit (Habermas, Apel)? Aus Fürsorgebeziehungen und Responsivität für konkrete Andere (Care Ethics)?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Naturalismus">Wird der Wert als natürliche oder non-natürliche intrinsische Eigenschaft behandelt? Ist Güte auf empirische Fakten reduzierbar – oder irreduzibel (Broad/Moore)?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Wertkollisionen">Wie wird das Verhältnis von Werten untereinander bestimmt – Hierarchisierung, Inkommensurabilität, Trade-offs?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="SummumBonum">Gibt es einen höchsten Wert (summum bonum) im Text – und welchen absoluten Referenzpunkt bildet er für die axiologische Skala?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Werterfahrung">Wie wird die Erfahrung von Wert und Unwert phänomenologisch beschrieben – als Qualität des Erlebens, als kognitive Einsicht, als affektive Reaktion?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Thick/Thin">Wie sind Werturteile semantisch und pragmatisch verfasst – dünne Wertprädikate oder dichte (thick) Begriffe, die Deskriptives und Evaluatives verbinden?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Motivation">Welche Rolle spielt Motivation im Wertbezug – Attraktion/Abstoßung; internalistische vs. externalistische Motivationsthesen?</KERNFRAGE>
    <KERNFRAGE dim="Wertkonflikte">Wie werden Wertkonflikte bearbeitet – Abwägung, Prioritätsregeln, Schwellenlogik, lexikalische Ordnung?</KERNFRAGE>
  </KERNFRAGEN>

  <KATEGORIEN>
    <KATEGORIE>Concepts of Value (goodness, merit – strikt isoliert von Pflichtbegriffen der Normativität)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Wertquelle (Vernunft / Lust / Tugend / emotionale Intuition / kommunikative Vernunft / Fürsorge)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Naturalismus-Typologie (theologisch, biologisch/soziologisch, psychologisch – analytische Differenzierung wertreduktiver Varianten)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Natural vs. Non-natural Intrinsic Properties (Broad/Moore: Güte als irreduzible Eigenschaft)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Intrinsischer Wert (Wert an sich, nicht als Mittel)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Instrumenteller Wert (Wert als Mittel zu anderem Guten)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Finaler Wert (Wert als Endzweck; unterscheidbar von intrinsisch)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Wertrealismus / Anti-Realismus (objektiver Wertstatus vs. konstruktiv/expressionistisch)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Thick / Thin Concepts (dichte deskriptiv-evaluative Begriffe vs. dünne Wertprädikate)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Fitting Attitude (Wert erklärt über passende affektive Haltungen)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Inkommensurabilität (prinzipielle Nichtvergleichbarkeit von Werten)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Epistemischer Wert (Wahrheit, Klarheit, Verstehen als Werte)</KATEGORIE>
    <KATEGORIE>Summum Bonum (höchster Wert als axiologischer Referenzpunkt)</KATEGORIE>
  </KATEGORIEN>

  <REGELN>
    <REGEL1>Identifiziere systematisch alle Passagen mit evaluativen Prädikaten, Komparativen, Rangordnungen und Wertbegründungen – explizit durch Wertvokabular oder implizit durch phänomenologische Beschreibungen</REGEL1>
    <REGEL2>Bestimme die Wertquelle: Woraus schöpft der Text seinen Wert? Vernunft, Lust, Tugend, emotionale Intuition, Diskurszustimmung oder Fürsorge? Die Wertquelle bestimmt die Reichweite und den Typ der gesamten axiologischen Architektur</REGEL2>
    <REGEL3>Prüfe nach Broad/Moore: Wird Güte naturalistisch reduziert (auf empirische, biologische, theologische oder psychologische Fakten) – oder als non-natürliche irreduzible Eigenschaft behandelt, die nur von der intrinsischen Natur des Dings abhängt?</REGEL3>
    <REGEL4>Klassifiziere jeden Werttypus: intrinsisch, instrumentell, final, contributory, pro tanto – und trenne strikt Werturteile (gut/schlecht) von Normurteilen (sollen/müssen); Brückenprinzipien beim Übergang explizit machen</REGEL4>
    <REGEL5>Prüfe Thick/Thin-Struktur: Gemischte deskriptiv-normative Begriffe (mutig, grausam, loyal) tragen implizite Bewertungen mit sich, die nicht durch Paraphrase in dünne Wertprädikate übersetzbar sind, ohne etwas zu verlieren</REGEL5>
    <REGEL6>Analysiere Wertkollisionen und Inkommensurabilität: Werden Konflikte durch Abwägung, Hierarchisierung, Schwellenlogik oder lexikalische Priorität gelöst – oder wird Inkommensurabilität anerkannt?</REGEL6>
  </REGELN>

  <ANALYSEKRITERIEN>
    <KRITERIUM>Vollständige Wertquellendiagnose: Aus welcher Quelle schöpft der Text seinen Wert – und ist diese Quelle konsistent durchgehalten?</KRITERIUM>
    <KRITERIUM>Korrekte Naturalismus-Diagnose nach Broad/Moore: Naturalistische Reduktion vs. non-natürliche Eigenschaft mit Belegstellen</KRITERIUM>
    <KRITERIUM>Präzise Werttypologie mit Abgrenzung von intrinsisch, instrumentell und final</KRITERIUM>
    <KRITERIUM>Strikte Ebenentrennung: Werturteile vs. Normurteile – Brückenprinzipien beim Übergang explizit ausgewiesen</KRITERIUM>
    <KRITERIUM>Nachweis der Thick/Thin-Struktur und ihrer semantischen Konsequenzen mit Belegstellen</KRITERIUM>
    <KRITERIUM>Textnähe und interne Konsistenz; Wertkollisionen und ihre Auflösungslogik explizit gemacht</KRITERIUM>
  </ANALYSEKRITERIEN>

  <AXIOLOGIEANALYSE
    ziel="Identifikation und Rekonstruktion der Wertdimension: Werttypologie, Wertquellen, Naturalismus-Diagnose und axiologische Strukturen"
    normativeBegriffe="gut, schlecht, richtig, falsch, Wert, Würde, Wohlergehen, Schönheit"
    perspektive="introspektiv|epistemisch|phänomenologisch"
    analyseFokus="semantisch|logisch|ontologisch|quellenbezogen"
    wertart="intrinsisch|instrumentell|beide"
    epistemischeQuelle="rational|intuitiv|einsichtig|affektiv|diskursiv|relational"
    methode="stufenweise|systematisch|punktuell"
    naturalismus="naturalistisch|non-naturalistisch|beide"
    schnittstellen="NormativeAnalyse|SemantischeAnalyse|GeltungstheoretischeAnalyse|OntologischeAnalyse"
  >
    <!-- Analyseschritte:
    1. Identifiziere Wertvokabular: evaluative Prädikate, Komparative, Rangordnungen, Wertbegründungen
    2. Diagnostiziere die Wertquelle: Vernunft (Kant) / Lust (Mill) / Tugend/Eudaimonia (Aristoteles) /
       emotionales Wertfühlen (Scheler/Hartmann) / kommunikative Vernunft (Habermas/Apel) / Fürsorge (Care Ethics)?
    3. Prüfe Naturalismus nach Broad/Moore: Reduktion auf natürliche Fakten – oder non-natürliche Eigenschaft?
    4. Klassifiziere Werttypus: intrinsisch / instrumentell / final / contributory / pro tanto
    5. Prüfe Fitting-Attitude-Struktur: Wert erklärt über passende Einstellungen/Emotionen?
    6. Analysiere Thick/Thin: Dichte Begriffe mit impliziter Bewertung vs. dünne Wertprädikate
    7. Rekonstruiere Werterfahrung phänomenologisch: Qualität, Unmittelbarkeit, affektive Struktur
    8. Prüfe Wertkollisionen: Hierarchie, Inkommensurabilität, Trade-offs, Schwellen
    9. Trenne Werturteile von Normurteilen; Brückenprinzipien explizit machen
    10. Kartiere Schnittstellen: NormativeAnalyse (Wert→Norm-Übergang),
        OntologischeAnalyse (Status evaluativer Eigenschaften),
        GeltungstheoretischeAnalyse (Legitimation von Werturteilen)
    -->
  </AXIOLOGIEANALYSE>

  <METAPRUEFUNGEN>
    <PRUEFEKOHAERENZ />
    <PRUEFETEXTBEZUG />
    <FINDEARGUMENTALTERNATIVE />
    <PRUEFEANNAHMEN />
    <ERLAEUTERERELEVANZ />
  </METAPRUEFUNGEN>

  <TEXTERSTELLUNG>
    <ANTWORESTRIKTANALYSEORIENTIERT />
  </TEXTERSTELLUNG>

</PTL>
<AXIOLOGIEANALYSE> ... </AXIOLOGIEANALYSE>