Semester: SoSe 2027
Ästhetik des Bösen. Zur Ontologie, Erkenntniskraft und Geltung böser Imagination.
| Do 10-12 | LSF | e-learning
Das Seminar untersucht die Frage, ob und in welchem Sinn das Böse als eigenständige ästhetische Kategorie begriffen werden kann. Im Zentrum steht Karl Heinz Bohrers Auseinandersetzung mit den Imaginationen des Bösen, die ausdrücklich auch eine Kritik idealistischer und moralischer Begrenzungen ästhetischer Darstellung einschließt. Eine besondere Rolle spielt dabei Hegel, dessen Ästhetik das Böse als kahl und gehaltlos aus dem Bereich eigentlicher Kunst auszuschließen sucht. Vor diesem Hintergrund fragt das Seminar, wie sich Darstellungen des Schrecklichen, Grausamen, Dämonischen und Gewaltsamen philosophisch bestimmen lassen: ontologisch, hinsichtlich ihrer Erkenntniskraft und im Blick auf ihre ästhetische Geltung. Gelesen werden Texte von Bohrer sowie ausgewählte Texte unter anderem von Hegel, Kant, Poe, Baudelaire, Nietzsche, Kierkegaard, Kafka und Bataille. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zu intensiver Lektüre und zu systematisch-begriffsanalytischer Diskussion.
[Ein Textreader wird im Learnweb zur Verfügung gestellt.]
Hannah Arendt: Urteilskraft, Pluralität und die Banalität des Bösen.
Gruppe 1 | Mi 14-16 | LSF | e-learning
Gruppe 2 | Do 14-16 | LSF | e-learning
Das Seminar widmet sich zentralen Motiven der praktischen und politischen Philosophie Hannah Arendts. Im Mittelpunkt stehen ihre Überlegungen zu Denken, Urteilen und Handeln sowie die Frage, wie politische Weltlichkeit, Pluralität und Verantwortung zusammenhängen. Ausgehend von Arendts Analysen totaler Herrschaft und ihrer These von der Banalität des Bösen soll untersucht werden, wie sich moralisches Versagen, Urteilsunfähigkeit und politische Entwirklichung philosophisch bestimmen lassen. Dabei wird deutlich, dass Arendt weder eine klassische Moralphilosophie noch eine systematische Handlungstheorie im engeren Sinn entwirft, wohl aber eine eigenständige Konzeption des Politischen, in der Öffentlichkeit, Perspektivenvielfalt und die Fähigkeit zum Urteil eine zentrale Rolle spielen. Das Seminar verbindet daher politische Philosophie, Moralphilosophie und Handlungstheorie und fragt nach der Bedeutung von Urteilskraft für das Verständnis moderner Freiheit, Verantwortung und gemeinsamer Welt. Gelesen werden ausgewählte Texte Arendts, unter anderem aus Vita activa, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Eichmann in Jerusalem sowie aus ihren Schriften zur Urteilskraft. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zu intensiver Lektüre und zu systematisch-begriffsanalytischer Diskussion.
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Sozialontologie. Rollen, Status, Institutionen.
| Mo 14-16 | LSF | e-learning
Das Seminar behandelt grundlegende Fragen der Sozialontologie: Was sind soziale Rollen, institutionelle Tatsachen, Statusfunktionen und kollektive Akteure Wie entstehen normative Ordnungen, die nicht auf Naturtatsachen reduzierbar sind, und in welchem Verhältnis stehen soziale Praktiken, Regeln und Institutionen zueinander Im Zentrum stehen neuere sozialontologische Ansätze, insbesondere von John Searle, Raimo Tuomela und Brian Epstein; ergänzend können rechtsphilosophische und phänomenologische Perspektiven, etwa bei H. L. A. Hart oder Alfred Schütz, einbezogen werden. Das Seminar untersucht, wie soziale Wirklichkeit durch Zuschreibung, Anerkennung, Regelgebrauch und kollektive Intentionalität konstituiert wird, und fragt zugleich nach dem ontologischen Status von Rechten, Pflichten, Ämtern, Rollen und Institutionen. Damit verbindet die Veranstaltung analytische Ontologie, Sozialphilosophie und Rechtsphilosophie und eröffnet einen systematischen Zugang zu den Formen sozialer Geltung, in denen menschliche Lebensverhältnisse organisiert sind. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zu genauer Textarbeit und zu einer philosophisch systematischen Diskussion begrifflicher und methodischer Probleme.
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Natur, Wildnis, Mitwelt. Physiozentrismus, Biodiversität und Ökosystemwerte.
Gruppe 1 | Mo 10-12 | LSF | e-learning
Gruppe 2 | Di 14-16 | LSF | e-learning
Das Seminar führt in zentrale Probleme der Umweltphilosophie ein, setzt seinen Schwerpunkt jedoch gezielt auf physiozentrische Positionen, auf die philosophische Bedeutung von Biodiversität und auf die Frage nach dem Wert von Ökosystemen. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit nicht-anthropozentrischen Ansätzen, die Natur nicht nur als Ressource, Nutzungsraum oder Gegenstand menschlicher Präferenzen verstehen, sondern ihr Eigenwert, moralischen Status oder zumindest eigenständige Schutzwürdigkeit zuschreiben. Gefragt wird, wie sich Biodiversität philosophisch beschreiben und bewerten lässt, ob Arten, Lebensgemeinschaften oder Ökosysteme Träger von Wert sein können und wie sich das Verhältnis von instrumentellen, intrinsischen und relationalen Naturwerten bestimmen lässt. Das Seminar behandelt damit grundlegende Probleme der Umweltethik, der Sozialontologie menschlicher Naturverhältnisse und der politischen Philosophie ökologischer Konflikte. Gelesen werden ausgewählte Texte der Umweltethik sowie Beiträge zu Biodiversität, Wildnis und den vielfältigen Werten der Natur. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zu intensiver Textarbeit und zu systematisch-begriffsanalytischer Diskussion.
[Ein Textreader wird im Learnweb zur Verfügung gestellt.]
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Übersicht:
- Master Ästhetik des Bösen. Zur Ontologie, Erkenntniskraft und Geltung böser Imagination.
- Bachelor Hannah Arendt: Urteilskraft, Pluralität und die Banalität des Bösen.
- Bachelor Sozialontologie. Rollen, Status, Institutionen.
- Bachelor Natur, Wildnis, Mitwelt. Physiozentrismus, Biodiversität und Ökosystemwerte.