Veranstaltungen

des WiSe 2022/2023

Gastrosphie (Über Essen Philosophieren)

Bachelor | Gruppe 1 (088585) | WWU | Mo 14-16 | DPL23.208 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (088586) | WWU | Di 10-12 | DPL23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Das Essen ist ein unermüdliches Thema. Wir sollen wissen, worin gesundes Essen besteht. Wir sollen moralisch gut und gerecht essen. Und wir sollen mit ganzer sinnlicher Achtsamkeit kosten. Essen ist anspruchsvoll und als Thema vielfältig. Die Bauchphilosophie (griechisch „gaster“ = Magen, Bauch) ist alt: Platon hasste Essen, für Augustinus war die Lust am Essen eine Sünde, Kant sieht im Essen eine Bedrohung der Vernunft. Verfallen sind sie ihm alle. Rousseau moralisiert das Essen zu einer Kultur des Menschseins. Feuerbach lieferte den politischen Slogan „Der Mensch ist, was er isst“. Essen ist Objekt philosophischer Perspektiven und zugleich als „Symposion“ Subjekt. Denn Menschen speisen gemeinschaftlich. Essen ist also mehr als essen. Mit Feuerbach und Arendt ist Essen auch Politik. Im Seminar sollen ethische, sozialphilosophische, ästhetische, anthropologische, rechtsphilosophische, ... Themen untersucht werden.

Literatur, Textgrundlage: Ein Leseplan wird zu Beginn der Vorlesungszeit im elektronischen Apparat zur Verfügung gestellt.


Vormoderne Rechtsphilosophie

Bachelor | Gruppe 1 (088578) | WWU | Mo 18-20 | DPL23.201 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (088579) | WWU | Do 14-16 | DPL23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Die moderne Rechtsphilosophie scheint früh mit dem „Kapitalismus“ (Hobbes, Locke) oder seiner Kritik (Rousseau) verbunden zu sein und mit der Idee der Gleichwertigkeit aller menschlichen Personen verwoben. Die Vormoderne breitet konzeptionelle Ressourcen aus, die erinnernswert sind. Sie haben selbstverständlich auch reinen Bildungswert, wenn es um die historische Dimension der Philosophie geht. Es gibt Entwicklungslinien der Gedanken, die für unser heutiges Verständnis erhellend sind. Doch ein reiner Bildungswert wäre heute systematisch verzichtbar. Platon, Aristoteles, Cicero, Augustinus, Thomas, Dante, Marsilius, Moore und Luther sollen systematisch konstruktiv gelesen werden. Das Seminar widmet sich dieser Aufgabe auf dem Wege intensiver Textlektüre.


Wirtschaftsethik

Bachelor | Gruppe 1 (088572) | WWU | Mo 10-12 | DPL23.201 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (088573) | WWU | Mi 14-16 | DPL23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Warum sind Unternehmen Heuschrecken? Warum sind Vorstandschefs so gierig? Gibt es eine gerechte Welt jenseits des Gewinns? Muss Wirtschaft ein Kampf der Ellenbogen bis aufs Messer sein? – In der Veranstaltung soll zentralen Fragen der Wirtschaftsethik nachgegangen werden. Aber es geht nicht um eine moralinsaure Kulturkritik. Aus der Perspektive der philosophischen Ethik erscheint die ökonomische Zweckrationalität oft als verkürzend und als utilitaristisch; und somit als unmoralisch. Andererseits ist nicht jede Form des Konsequenzialismus utilitaristisch. Und manchem erscheint ein für Prosperität sorgender Wettbewerb solidarischer als verarmende Nächstenliebe. Die Fragen der Wirtschaftsethik haben ebenso eine individuelle Dimension (Gier?) wie auch eine kollektive (Heuschrecken? Wettbewerb?). Vor allem aber sind es Fragen nach der normativen Begründung des wirtschaftlichen Handelns aus der Perspektive von Individuen ebenso wie aus der Perspektive sozialer Entwicklungen und staatlicher Institutionen.

Ziele der Veranstaltung:

  • Verhältnisbestimmung: Ethik vs. Wirtschaftethik. Wie verhält sich die Bereichsethik zur Ethik?
  • Verhältnisbestimmung: Leben vs. Arbeiten. Was trägt die Ökonomie zum Glück bei?
  • Ethik in der Arbeit: Gibt es im Bereich des Wirtschaftens besondere ethische Fragen?
  • Beantwortung der Frage: Hat Wirtschaft etwas Gerechtigkeit zu tun? (Die Antwort ist trivial: „Ja!“ Aber ihre Begründung ist nicht trivial!)
  • Verhältnisbestimmung: Tugenden vs. Pflichten. Wie betreibt man Wirtschaftethik?

Literatur, Textgrundlage: (Ein Textreader wird im Online-Apparat zur Verfügung gestellt)


Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit

Master | Teil 1, Teil 2 (088602, 088603) | WWU | Di 14-16, Do 10-12 | Teil 1: DPL23.208, Teil 2: Cont BH-8 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Jürgen Habermas ist ein Klassiker der zu Ende gegangenen Moderne. In ihr ist die „bürgerliche Öffentlichkeit“ geschichtliche Neuerung. Neben das Staatliche und das Private tritt in der Moderne die Öffentlichkeit und wird sowohl faktisch als auch normativ relevant. Heute tritt zu diesen drei Bereichen der des Intimen hinzu und verändert die Konsitutionsprinzipien des Sozialen ebenso wie seine Geltungsprinzipien. Der Seminartitel ist zwar dem Buchtitel zu verdanken. Wir werden aber den zwischen historischen Ordnungen und systematischen Deutungen oszillierenden Überlegungen von Habermas folgend den nicht innehaltenden Strukturwandel untersuchen. Wir lesen gemeinsam die Habilitationsschrift von Habermas (in ihrer Variante von 1990, stw 891).