Veranstaltungen

des WiSe 2019/2020

Thomas Hobbes: Menschenbild und politische Philosophie

Bachelor | Gruppe 1 (088581) | WWU | Mo 10-12 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (088582) | WWU | Mo 18-20 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Gegenstand des Proseminars sind die politische Philosophie von Thomas Hobbes und ihre anthropologischen Grundlagen.

Literatur, Textgrundlage: Thomas Hobbes, Vom Menschen, Vom Bürger, übers. v. Max Frischeisen-Köhler, hrsg. v. Günter Gawlick, Hamburg: Meiner


Einführung in die Philosophische Ethik (A. C. Ewing)

Bachelor | Gruppe 1 (088577) | WWU | Di 10-12 | DPL 23.206 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (088578) | WWU | Mi 14-16 | DPL 23.206 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Nur einmal hat die philosophische Ethik in der Geschichte ein höheres Niveau erreicht als es sich in den leider eher kümmerlichen Resten der stoischen Ethik erahnen lässt. Nach der Antike und dem weitgehenden Verlust der philosophischen Diskussionen dieser Zeit brauchte die Ethik bis in die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, um wieder ein nennenswertes Niveau und eine vernünftige philosophische Methodologie zu erreichen. In Auseinandersetzung mit Henry Sigdwick (1838-1900) haben sich Philosophen wie George Edward Moore (1873-1958) und William David Ross (1877-1971) mit der Philosophischen Ethik auseinander gesetzt. Sie sind wegweisend geblieben. Aber nur wenige haben sich mit dem gewiesen Weg konstruktiv kritisch auseinandergesetzt. Die Ethik-Einführung von Alfred Cyril Ewing ist ein solches Beispiel, das seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts die Themen der Ethik innovativ aufbereitet. Seine Themenfolge ist: Egoismus und Altruismus, Glück, Pflicht, Güter- oder Pflichtethik?, Definitionen von "gut" und "sollen", moralische Urteile, Verdienst und Verantwortlichkeit.

Literatur, Textgrundlage: Alfred Cyril Ewing, Ethik, Eine Einführung, Hamburg: Meiner, 2014.


Lektüre, Platons Nomoi

Bachelor | Gruppe 1 (088583) | WWU | Do 10-12 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (088584) | WWU | Do 14-16 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Bei der nicht allzu oft gelesenen Schrift Platons handelt es sich um einen Dialog in 12 Büchern. Wenn man den Titel liest „Nomoi“ (Gesetze, laws), würde man als Philosoph eine Diskussion erwarten, die nach dem Wesen der Gesetze fragt. Doch diese Frage wird in der nicht gleichbedeutenden Variante „Was ist Gerechtigkeit?“ in der oft gelesenen „Politeia“ untersucht. Im eigentlichen Sinne wird die Frage im „Minos“ behandelt, der heute nicht mehr als ein Werk Platons gilt. Die Nomoi sind in der politischen Philosophie singulär. Sie gehen die politische Philosophie von einem personalen Standpunkt an: Wie sollte ein Gesetzgeber beschaffen sein? In der Politeia müssen Philosophen aus ihrer Einsicht in die „Wahrheit“ heraus im Gemeinwesen herrschen. In den Nomoi sind es die Menschen, die im Bewusstsein der „richtigen Meinung“ ihr Gemeinwesen gemeinschaftlich gestalten müssen. Zudem verweist der Titel auf die Musiktheorie: „nomos“ heißt im Griechischen nicht nur „Gesetz,“ sondern auch „Melodie“ (nomo tini adein = melodisch singen). Die Gerechtigkeit im Staat ist somit die Melodie des gemeinschaftlichen Lebens der Personen. Und diese Melodie kann gelingen und den Staat dadurch lebenswert machen. Platon entwickelt in den Nomoi eine gegenüber der Politeia neue und eigenständige Moralpsychologie, Utopie und Rationalitätstheorie. Sein Blick auf die Bürgergesellschaft, die Institutionen und Ämter und die Gesetzgebenden ist im Sinne einer idealen normativen Soziologie modern.

Literatur, Textgrundlage: Platon, Nomoi (Gesetze), übers. v. Klaus Schöppsdau, in: Platon, Werke, Übersetzung und Kommentar, hrsg. v. Ernst Heitsch et al., Bd. IX.2 (2.1, 2.2, 2.3), Göttingen: Vandenhoek und Ruprecht, 1994 -2011.


Globale Gerechtigkeit

Master | Teil 1 und Teil 2 (088590, 088591) | WWU | Mo 14-16, Di 14-16 | Teil1: DPL 23.208, Teil 2: DPL 23.206 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Wie können wir als Philosophen in einer sich globalisierenden Welt Gerechtigkeit definieren, verstehen und aufrechterhalten? Diese Frage ist in der Philosophie bisher kaum sinnvoll formulierbar, obwohl es seit den 70er Jahren eine einschlägige Debatte gibt. Der Grund ist, dass die ausdifferenzierten Modelle der politischen und der Rechtsphilosophie zu einer Phase der Entwicklung des moderenen Staatsverständnisses beitrugen, die nicht global denken wollte. Die Verbereitung des Kapitalismus in der Welt, zwei Weltkriege, ein universales Menschenrechtsverständnis und die internationale Egalisierung durch die Entkolonialisierung schaffen die Notwendigkeit, übergeordnete Gerechtigkeitsfragen zu diskutieren. Zu sagen, dass Gerechtigkeit in einem Staat konzipiert werden muss und dass zwischen souveränen Staaten ein Naturzustand herrscht, greift soziologisch, juridisch und ethisch zu kurz. Es gibt ökonomischen und kulturellen Verkehr zwischen Staaten, nicht nur die Eigentumsverhältnisse sind international komplex und „unsere“ Wertauffassungen sind immer auch Kommentare zu denen der „anderen“. Global gesehen greift globale Gerechtigkeit zu kurz, wenn man sie nur aus den Menschenrechten her deuten möchte. Denn einerseits gibt es unterschiedliche Deutungen der Menschenrechte. Und andererseits kann man aus den Formulierungen der Menschenrechte (negative Abwehrrechte von Bürgern gegen den Staat) nur wenig Gedanken gewinnen für globale Gerechtigkeit. Ziel des Seminars ist es, globale Gerechtigkeit als philosophisches Problem zu rekonstruieren, zu dem die politische und die Rechtsphilosophie der Neuzeit weder diagnostische noch therapeutische Zugänge anzubieten vermag.

Literatur, Textgrundlage: [Ein Textreader wird im elektronischen Apparat zur Verfügung gestellt.]