Veranstaltungen

des SoSe 2021

Anthropologie

Bachelor | Gruppe 1 (084595) | WWU | Mo 18-20 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (084596) | WWU | Do 14-16 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: www.wikipedia.de: „Die Kulturphilosophie bemüht sich um das Verständnis (die Hermeneutik) jenes umfassenden geistigen Phänomens, das man als "Kultur" bezeichnet. Sie fragt nach den Entstehungsbedingungen von Kultur überhaupt und nach den kulturellen Entfaltungen in spezifischen historischen und geographischen Kontexten.“ www.wikipedia.de: „Die philosophische Anthropologie betrachtet die Stellung des Menschen in der Gesamtwirklichkeit. Sie erarbeitet sein Wesen. Dabei erfasst sie insbesondere seine Stellung zur unbelebten Welt, zu den Tieren, zu anderen Menschen sowie zu Gott.“ – In Auseinandersetzung mit verschiedenen kulturphilosophischen und anthropologischen Ansätzen sollen systematische Optionen in diesem Bereich der Philosophie herausgearbeitet werden. Es wird also nicht nur darum gehen, eine gewisse Anzahl von Ansätzen zu untersuchen, sondern auch darum analytische Optionen im Bereich der Kulturphilosophie und Anthropologie herauszuarbeiten.


Einführung in die Rechtsphilosophie

Bachelor | Gruppe 1 (084581) | WWU | Mo 14-16 | DPL 23.201 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (084582) | WWU | Di 10-12 | DPL 23.206 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Normative Forderungen an uns ergeben sich sowohl aus der Moral als auch aus dem Recht. Denken Sie an Immanuel Kants Unterscheidung (in der Metaphysik der Sitten): „Die Rechtslehre hatte es blos mit der formalen Bedingung der äußeren Freiheit ..., d. i. mit dem Recht, zu thun. Die Ethik dagegen giebt noch eine Materie (einen Gegenstand der freien Willkür), einen Zweck der reinen Vernunft, der zugleich objektiv-nothwendiger Zweck, d. i. für den Menschen als Pflicht, vorgestellt wird, an die Hand.“ In dieser Bemerkung betont Kant den Unterschied zwischen Ethik und Recht. In der Einführungsveranstaltung soll den historischen Pfaden dieser und vieler weiterer rechtsphilosophischer Unterscheidungen nachgegangen werden.

Ziele der Veranstaltung:

  • Lektüre verschiedener historischer Texte zur Rechtsphilosophie.
  • Beantwortung der Frage: „Was ist Recht?“
  • Es soll ferner ein erster Einblick in die normativen Grundlagen des Rechts gegeben werden.

Literatur, Textgrundlage:

  • Rechtsphilosophie, hrsg. v. Dietmar von der Pfordten, Freiburg: Alber, 2002. (Textgrundlage der Veranstaltung)
  • Hasso Hofmann, Einführung in die Rechts- und Staatsphilosophie, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 4. Aufl., 2008.


Demokratietheorie

Master | Teil 1 und Teil 2 (084606, 084607) | WWU | Di 14-16, Do 10-12 | Di: DPL 23.206, Do: DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Aristoteles setzt sich intensiv mit verschiedenen Ansätzen auseinander, Herrschaft in einem sozialen Gemeinwesen zu strukturieren und zu begründen. Für ihn gibt es aus philosophischer Perspektive folgende Systematik: (a) Die Anzahl der Herrscher (1. Einer, 2. Einige, 3. Alle), (b) Das Ziel der Herrschaft (1. Eigennutz, 2. Gemeinwohl). Daraus ergibt sich eine Theorie politischer Herrschaft, die zum einen verschiedene Herrschaftsformen als berechtigt anerkennt (solange sie dem Gemeinwohl dienen eben auch die Monarchie oder Aristokratie) und zum anderen muss man mit einem normativen Verfall der Herrschaft rechnen (so ist die Demokratie für Aristoteles eigentlich eine Deformation politischer Herrschaft, die er positiv als „Politie“ bezeichnet.). In der Antike war diese Systematik Bestandteil entweder einer Theorie der zyklischen Abfolge dieser Grundtypen politischer Herrschaft oder einer Theorie der Dekadenz (das goldene Zeitalter gefolgt vom silbernen und dann dem bronzenen). In der Moderne – um die es in der Veranstaltung hauptsächlich gehen soll – ist die politische Philosophie einseitiger: Unser Menschenrechtsverständnis betont die Gleichheit aller (Menschen) und scheint Demokratie zu „implizieren“. Sie scheint die einzige legitime Form der Herrschaft zu sein. Dennoch gerät die Demokratie oft unter Verdacht: Plebiszite zeugen immer wieder von der Demokratie im Sinne einer „Ochlokratie“ – also der Herrschaft des Pöbels.

Ziele der Veranstaltung:

  • Beantwortung der Frage: Was sind die normativen Grundlagen der Demokratie?
  • Beantwortung der Frage: Welche philosophischen Optionen für die Begründung der Demokratie gibt es?
  • Beantwortung der Frage: Gibt es auch heute Alternativen zur Demokratie (Aristokratie, Monarchie)?

Literatur, Textgrundlage:

  • (Ein Textreader wird im Online-Apparat zur Verfügung gestellt)
  • Einführend: Andreas Vieth, Ludwig Siep: Aristoteles oder: Der Begriff des Politischen, Regieren und Regiertwerden als Vollendung des Politischen im Menschen – Zwei Seiten der Tugend, in: Mehr Licht!, hrsg. v. Bodo Kensmann und Ludger Schulte Roling, Münster: dialogverlag, S. 7-37.


Epistemic Injustice

Bachelor | Gruppe 1 (084567) | WWU | Mo 10-12 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Bachelor | Gruppe 2 (084568) | WWU | Mi 14-16 | DPL 23.208 | LSF-Link | moodle

Kommentar: Gerechtigkeit ist zumeist die Frage nach einer gerechten Verteilung der Güter in einer Gesellschaft oder eine Ausdeutung der These, dass Menschen gleichwertig sind. Vielleicht ist auch unser Verhältnis zur Natur – Biodiversität, Ökosystemschutz – ungerecht. Aber „Wissen“? Wissen scheint eher „wahr“ oder „wahrscheinlich“ zu sein (oder ein Gegenteil davon) und nicht „gerecht“! Die britische Philosophin Miranda Fricker entwickelt zwei epistemische Tugenden der Gerechtigkeit: Eine des Zeugnisgebens (testimonial justice) und eine der Wissenspraxis (hermenutical justice). Ihre Überlegungen gehören in den Bereich der sozialen Epistemologie. Eine Wissenspraxis kann ungerecht sein, weil es eine Lücke in den kollektiven und institutionalisierten Interpretationsressourcen gibt, die es unwahrscheinlich machen, wichtige Aspekte sozialen Erfahrung zu verstehen und zu kommunizieren. Im Geben und zur Kenntnis Nehmen von Zeugnissen kann die Glaubwürdigkeit von problematischen Stereotypen abhängen. Man glaubt Kindern, Frauen und Schwarzen weniger bereitwillig oder anders. Erfahrungen von Rassismus, sexuellem Missbrauch, Unterdrückung durch Armut, ... können an fehlender Offenheit der Öffentlichkeit, staatlicher Institutionen und der Wissenschaft abprallen. Testimonial injustice ist eine Art Blind- oder Taubheit des Subjekts. Hermeneutical injustice ist eine Art Starrsinnigkeit in der sozialen Anerkennungsbereitschaft. Es geht also um die psychische Dimension der Erkenntnistheorie, die „Wahrheit“ und „Wissenschaft“ zu Unrecht losgelöst von individueller und sozialer Wissensakquise zu denken behauptet. Daraus ergibt sich der moralische Imperativ des Buches „Epistemic Injustice“: Die Psychologie der individuellen und sozialen Wissensakquise ist verantwortlich für epistemische Intransparenzen, die erkenntnistheoretisch artikuliert werden müssen, wenn sie zu Recht als ungerecht gelten dürfen.