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Die Idee des Naturalismus in der antiken und neuzeitlichen Philosophie

[Master]

Kommentar: Der Naturalismus ist eine philosophische Strömung, die im 19. Jahrhundert in der Folge des Siegeszuges der Naturwissenschaften aufkam. Sie ist eng verbunden mit den Positionen des Physikalismus und des Materialismus. Theorien dieser Art findet man jedoch schon in der Antike. Sowohl die ontologische These des Naturalismus, dass nur naturwissenschaftlich beschreibbare Entitäten existieren, als auch die semantische These, dass alle wahren Aussagen sich auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse reduzieren lassen, als auch das methodologische Prinzip, naturwissenschaftlichen Beschreibungen und Erklärungen einen Primat gegenüber hermeneutischen Methoden zuzuerkennen, sind für antike Denker, etwa die Atomisten, zentral. Allerdings geht die antike Philosophie von einem viel umfassenderen Begriff von Naturwissenschaft bzw. Naturphilosophie aus, der die Idee der Welt als eines Kosmos, eines hierarchisch gegliederten sinnvollen Ganzen, beinhaltet. Hierzu passt die Tatsache, dass in der Antike ethische Naturalismen weit verbreitet waren. Die Auseinandersetzung mit dem antiken Naturalismus kann daher auch einer Bestimmung und Kritik des neuzeitlichen, den Naturwissenschaften zugrundeliegenden Naturbegriffs dienen.

Die Veranstaltung findet bzw. fand statt: [SoSe 01, zus. mit: Christian Suhm]