Veranstaltungen

Veranstaltungen
des SoSe 2019

Einführung in die Erkenntnistheorie

Bachelor | Gruppe 1 | WWU | Do 10-12 | DPL 23.208 | moodle

Bachelor | Gruppe 2 | WWU | Do 14-16 | DPL 23.201 | moodle

Kommentar: Die Erkenntnistheorie ist eine der Kerndisziplinen der Philosophie, die Grundlage aller Wissenschaften ist. Als Theorie des Wissens ist sie insbesondere auch der Eckpfeiler der analytischen Philosophie. Das Seminar ist konzipiert als Einführung in die Erkenntnistheorie in diesem doppelten Sinne. Es werden die wichtigsten Theorien der Rechtfertigung des Wissens in der Wissenschaft diskutiert. Darüber hinaus werden spezifischere Themen diskutiert: Gettier-Problem, Internalismus und Externalismus, Skepsis, das Problem der epistemischen Zirkularität, das Problem des Kriteriums, a priori Wissen und naturalisierte Epistemologie. Insofern vermittelt die Veranstaltung analytische Einblicke in grundsätzliche Optionen der Erkenntnistheorie und in repräsentative Diskussionsfelder der analytischen Philosophie aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive.


Catwoman, Superman: Politische Philosophie für maßlose Unikate

Bachelor | Gruppe 1 | WWU | Di 10-12 | DPL 23.201 | moodle

Bachelor | Gruppe 2 | WWU | Mi 14-16 | DPL 23.206 | moodle

Kommentar: Die literarische Fiktion ist oft weise. Der Comic eine Denkform der Innovation. Figuren, wie Catwoman und Superman, sind literarisch fingierte Denkformen entindividualisierter Personen. Es sind einzelne Personen, aber keine Individuen. Und daher sind sie maßlos – es gibt für sie kein Maß. Aristoteles dachte den Menschen außerhalb der Gesellschaft als Tier oder als Gott. Für Nietzsche sind einzelne als Übermenschen ein höherer Typus des Menschen: sowohl geistig als auch physisch höher und höherwertig. Menschliche Standards gelten für sie nicht. Sie sind keine Gleichen. Catwoman und Superman scheinen also übermenschliche Götter zu sein. Zum einen sollten Sie über uns herrschen müssen, wenn wir Aristoteles folgen. Zum anderen passen sie nicht in unsere gleichmachenden, verallgemeinernden und rationalen Maße für das Mensch-Sein. Daher sind sie maßlose Unikate. Doch das ist ein Problem: Es gibt für sie keine Psychologie. Diese kursorischen Hinweise machen eines deutlich: Im Comic werden traditionelle Vorurteile und Unreflektiertheiten der politischen Philosophie und der Ethik hinterfragt. Wir müssen lernen uns nicht mehr als Individuen zu verstehen und philosophisch zu deuten, weil die verschobenen Grenzen der Selbstgestaltung unserer biologischen Existenz und unserer sozialen Beziehungen uns (oder spätestens die Kindeskinder) zu Unikaten machen werden. Es ist fraglich, ob es für uns eine Individual- und Sozialpsychologie gibt. Klar ist nur: Die klassischen Psychologien der politischen und der Rechtsphilosophie oder gar der Ethik passen schon jetzt nicht mehr zu uns.

Literatur, Textgrundlage: Bei dieser Veranstaltung geht es um forschendes Lehren und Lernen. Die Probleme des Unikatismus sind selbst in Texten zu Catwoman und Superman allenfalls implizit erahnt. Umso mehr muss man der literarischen Fiktion und dem eigenen Denken Philosophie abringen.


Ethik der Stoa

Bachelor | Gruppe 1 | WWU | Mo 10-12 | DPL 23.201 | moodle

Bachelor | Gruppe 2 | WWU | Mo 18-20 | DPL 23.201 | moodle

Kommentar: Die Ethik der Stoa stellt einen der wichtigsten und analytisch am Besten ausgearbeiteten Ansätze der der Antike dar. Die Texte dieser Ethiktradition sind aber nur in Fragmenten überliefert und das heute noch verfügbare Textmaterial stammt zudem aus verschiedenen Phasen dieser keineswegs einheitlichen Philosophenschule. Dies alles bereitet besondere Probleme bei der Interpretation: Wie lassen sich die Fragmente zu einer klar umrissenen Position zusammenfügen? Wie hat sich die stoische Ethik entwickelt? Das Seminar soll in historischer und systematischer Hinsicht die Ethik der Stoa behandeln und insbesondre die interpretatorischen Probleme der Beschäftigung mit den Fragmenten thematisieren.

Ziele der Veranstaltung:

  • Ethik der Stoa (im Sinne einer Option der philosophischen Ethik)
  • Entwicklung und Rekonstruktion einer philosophischen Position nach systematischen Gesichtspunkten aus Fragmenten (Interpretation 1)
  • Präzisierung der Philosophischen Optionen dieser Position bzw. Vervollständigung des Verständnisses der stoischen Ethik in der modernen Debatte (Interpretation 2)
    • Literatur, Textgrundlage:

      • Die hellenistischen Philosophen, hrsg. V. A. A. Long / D. N. Sedley, übers. v. Karlheinz Hülser, Stuttgart/Weimar: Metzler, 2000 (darin: Stoische Ethik, Nr. 56-67). Zur Ethik der älteren Stoa, hrsg. v. Barbara Guckes (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2004).
      • Topics in Stoic Philosophy, hrsg. v. Katerina Ierodiakonou (Oxford: Clarendon, 1999).
      • Brad Inwood: Ethics and Human Action in Early Stoicism (Oxford: Clarendon Press, 1985).
      • Maximilian Forschner: Die Stoische Ethik (Darmstadt: Wiss. Buchges., 1995).
      • Malte Hossenfelder: Die Philosophie der Antike, Bd. 3: Stoa, Epikureismus und Skepsis, in: Geschichte der Philosophie, Bd. 3, hrsg. v. Wolfgang Röd (München: Beck, 1985).


Moralpsychologie

Master | Teil 1 und 2 | WWU | Teil 1: Mo 14-16; Teil 2: Di 14-16 | jweils DPL 23.205 | moodle

Kommentar: Die Psychologie ist heute eine moralfreie empirische Wissenschaft, die sich aus der moralisierenden philosophischen Ethik entwickelt hat. Die Psychologie hat die Philosophie hinter sich gelassen. Sie ist froh darüber und gewinnt oft ihren wissenschaftlichen Stolz aus ihrer vermeinten Wertfreiheit. Und die Philosophische Ethik ist auch glücklich darüber, sich in der kantischen und utilitaristischen Ethik von der Psychologie gelöst zu haben. Denn das empirische Bewusstsein ist kontingent und das mögen Philosophen nicht. Die moderne Methodologie der Psychologie ist in ihrem Gesetzesbegriff pluralistisch und offen. Beides mögen Philosophien ebenfalls nicht. Denn auch in moralischen Fragen ist das Ziel der argumentativ erzwungene Konsens und die ausnahmslose Universalität moralischer Gesetze in räumlich-zeitlicher Hinsicht und im Bezug auf die Methode und den Gesetzesbegriff. Doch nur scheinbar ist die Psychologie wertfrei und nur scheinbar die Ethik von ihr befreit. Das Seminar geht den Quellen der Moralpsychologie bei Platon, Aristoteles, Kant und Mill nach. Es soll darüber hinaus im aktuellen Kontext untersucht werden, was es heute bedeutet, Moralpsychologie als ein "joint venture" von Psychologie und Philosophie zu betreiben.

Literatur, Textgrundlage: [Ein Seminarplan mit den Hinweisen zu den vorgesehenen Texten wird im E-Apparat zur Verfügung gestellt.]