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Moralpsychologie

[Master]

Kommentar: Die Psychologie ist heute eine moralfreie empirische Wissenschaft, die sich aus der moralisierenden philosophischen Ethik entwickelt hat. Die Psychologie hat die Philosophie hinter sich gelassen. Sie ist froh darüber und gewinnt oft ihren wissenschaftlichen Stolz aus ihrer vermeinten Wertfreiheit. Und die Philosophische Ethik ist auch glücklich darüber, sich in der kantischen und utilitaristischen Ethik von der Psychologie gelöst zu haben. Denn das empirische Bewusstsein ist kontingent und das mögen Philosophen nicht. Die moderne Methodologie der Psychologie ist in ihrem Gesetzesbegriff pluralistisch und offen. Beides mögen Philosophien ebenfalls nicht. Denn auch in moralischen Fragen ist das Ziel der argumentativ erzwungene Konsens und die ausnahmslose Universalität moralischer Gesetze in räumlich-zeitlicher Hinsicht und im Bezug auf die Methode und den Gesetzesbegriff. Doch nur scheinbar ist die Psychologie wertfrei und nur scheinbar die Ethik von ihr befreit. Das Seminar geht den Quellen der Moralpsychologie bei Platon, Aristoteles, Kant und Mill nach. Es soll darüber hinaus im aktuellen Kontext untersucht werden, was es heute bedeutet, Moralpsychologie als ein "joint venture" von Psychologie und Philosophie zu betreiben.

Literatur, Textgrundlage: [Ein Seminarplan mit den Hinweisen zu den vorgesehenen Texten wird im E-Apparat zur Verfügung gestellt.]

Die Veranstaltung findet bzw. fand statt: [SoSe 16, Teil 1][SoSe 16, Teil 2][SoSe 19, Teil 1 und 2]

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