Hannah Arendt: Urteilskraft, Pluralität und die Banalität des Bösen.
[Bachelor]
Kommentar: Das Seminar widmet sich zentralen Motiven der praktischen und politischen Philosophie Hannah Arendts. Im Mittelpunkt stehen ihre Überlegungen zu Denken, Urteilen und Handeln sowie die Frage, wie politische Weltlichkeit, Pluralität und Verantwortung zusammenhängen. Ausgehend von Arendts Analysen totaler Herrschaft und ihrer These von der Banalität des Bösen soll untersucht werden, wie sich moralisches Versagen, Urteilsunfähigkeit und politische Entwirklichung philosophisch bestimmen lassen. Dabei wird deutlich, dass Arendt weder eine klassische Moralphilosophie noch eine systematische Handlungstheorie im engeren Sinn entwirft, wohl aber eine eigenständige Konzeption des Politischen, in der Öffentlichkeit, Perspektivenvielfalt und die Fähigkeit zum Urteil eine zentrale Rolle spielen. Das Seminar verbindet daher politische Philosophie, Moralphilosophie und Handlungstheorie und fragt nach der Bedeutung von Urteilskraft für das Verständnis moderner Freiheit, Verantwortung und gemeinsamer Welt. Gelesen werden ausgewählte Texte Arendts, unter anderem aus Vita activa, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Eichmann in Jerusalem sowie aus ihren Schriften zur Urteilskraft. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zu intensiver Lektüre und zu systematisch-begriffsanalytischer Diskussion.
Literatur, Textgrundlage: [Ein Textreader wird im Learnweb zur Verfügung gestellt.]
Die Veranstaltung findet bzw. fand statt: [SoSe 27, Gruppe 1][SoSe 27, Gruppe 2]