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Axel Honneth: Das Recht der Freiheit.

[Master]

Kommentar: In diesem Seminar analysieren wir Axel Honneths Das Recht der Freiheit als Versuch, Gerechtigkeitstheorie wieder mit Gesellschaftsanalyse zu verbinden. Honneth kritisiert, dass viele moderne Theorien zu abstrakt bleiben und den Bezug zur sozialen Wirklichkeit verlieren. Dem setzt er eine rekonstruktive Methode entgegen: Gerechtigkeitsmaßstäbe sollen aus historisch gewachsenen normativen Ansprüchen liberaler Demokratien gewonnen werden. Diese Ansprüche bündelt er als demokratische Sittlichkeit, die rechtlich verankert und institutionell eingeübt ist. Im Zentrum steht der Freiheitsbegriff in drei Sphären: persönliche Beziehungen, marktvermitteltes Wirtschaftshandeln, politische Öffentlichkeit. In Anschluss an Hegel und anerkennungstheoretisch rekonstruiert Honneth, wie in diesen Bereichen Freiheit realisiert werden soll. Ungerechtigkeiten erscheinen dann als Defizite gelingender Freiheit: Pathologien, Fehlentwicklungen, Verzerrungen. Leitfrage ist weniger: Welche Prinzipien wären ideal, sondern: Welche Freiheitsansprüche sind institutionell angelegt Und wo werden sie praktisch unterlaufen oder verfehlt Methodisch arbeiten wir textnah (Begriffe, Argumentgänge, Voraussetzungen) und diagnoseorientiert (Institutionen als Träger normativer Ansprüche). KI nutzen wir zur Explikation von Argumentstrukturen, zur Generierung von Prüf- und Einwandfragen und für Vergleichsrahmen. Alle KI-Ergebnisse werden am Text belegt, kritisch geprüft und im Seminar diskutiert. Ziel ist eine begründete Bewertung von Honneths Programm Gerechtigkeitstheorie als Gesellschaftsanalyse. Dabei werden sowohl normative Stärken als auch blinde Flecken herausgearbeitet.

Literatur, Textgrundlage: [Ein Textreader wird im Learnweb zur Verfügung gestellt.]

Die Veranstaltung findet bzw. fand statt: [WiSe 26, Teil 1][WiSe 26, Teil 2]